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Aktuelles

07.12.2016

Bericht vom "Matchmaking Tag der In-vitro-Diagnostik"

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Klinische Forschung trifft Diagnostik-Industrie

Wissenschaftler & Unternehmer initiieren Kooperationen

Immer kürzere Produktlebenszyklen und ein wachsender globaler Wettbewerb machen es auch für die In-vitro-Diagnostik-Branche notwendig, permanent neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Am Markt sind zunehmend Systemlösungen gefragt, die sich nur durch Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen umsetzen lassen. Um neue diagnostische Entwicklungen aus der klinischen Forschung in die Routine zu überführen, bedarf es daher marktorientierter Kooperationen von Wissenschaftlern und Diagnostikherstellern. Je direkter die einzelnen Partner aufeinander zugehen, um so gezielter lassen sich Bedarfe erfassen und darauf zugeschnittene Lösungen mit einem Mehrwert für alle Beteiligten entwickln.

Um Innovationsbündnisse solcher Art auf den Weg zu bringen, trafen sich Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Charité Universitätsmedizin Berlin und des MDC sowie Unternehmen, vorwiegend des Companion Diagnostics Network, am 26. Oktober 2016 zum „Matchmaking Tag der In-vitro-Diagnostik“ im CrossOver-Gebäude der Charité in Berlin-Mitte – einer geschlossenen gemeinsamen Veranstaltung des BIH - vertreten durch die Technologietransferstellen der Charité und des Max-Delbrück Zentrums (MDC)- und dem DiagnostikNet-BB. In kurzen Übersichtsvorträgen legten die teilnehmenden Industrie- und Klinikpartner dar, welche Kompetenzen sie bieten und suchen, um im anschließenden Matchmaking konkrete gemeinsame Entwicklungsprojekte zu initiieren.

Die klinischen Projektideen wurde von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus 10 Arbeitsgruppen dargestellt und waren thematisch breit gefächert. Die Palette reichte von Möglichkeiten der „Liquid Biopsies“ der neuen Biobank des BIH über die Translation neuartiger HPV-Screening-Testsysteme in die Anwendung über neue Methoden zur Diagnose, Prävention und Bekämpfung biofilmassoziierter Infektionen bis hin zu neuen Diagnostik-Verfahren in der Nephrologie und einer verbesserten Diagnose von Patienten mit chronischem Fatigue-Syndrom. Ein Fokus bildete auch die Frage, welche Rolle Tumorveränderungen für die gezielte Therapie spielen und welche diagnostischen Verfahren sich daraus ableiten lassen oder welches Diagnostik-Potenzial etwa Glykane bergen. Alle vorgestellten Projektideen zeichneten sich darin aus, auf Basis von neuen Biomarkern bedarfsgerechte Diagnostika zu entwickeln, um Patienten besser zu diagnostizieren und ihnen damit eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Therapie zu ermöglichen, Risikopatienten frühzeitig zu ermitteln oder eine Prognose hinsichtlich des Krankheits-/Therapieverlaufs zu stellen.

Die 11 vertretenen Industrieunternehmen boten eine komplementäre breite Palette an Kooperationsmöglichkeiten für die Wissenschaftler: Von der Unterstützung bei der IVD-konformen Testentwicklung unterschiedlichster Formate, wie ELISAs und Nukleinsäure-basierten Nachweisverfahren, über die Bereitstellung oder gezielte Entwicklung von Testkomponeten wie etwa Peptiden, Enzymen, Antikörpern und Färbematerialen für verschiedenste Test- und Nachweissysteme bis hin zur möglichen Bereitstellung von projektorientiertem Probenmaterial zu Testzwecken und der Durchführung von klinschen Studien und Expertise im Probenhandling.

Darüber hinaus beleuchtete der Tag der In-vitro-Diagnostik auch relevante Fragen zur Erstattung. Denn erst, wenn ein marktfähiges Produkt zugelassen ist und auch erstattet wird, wird es tatsächlich in der Routine Einsatz finden. Welche Herausforderungen hier bestehen und welche Aspekte man schon früh in der Entwicklung beachten sollte, erklärte Prof. Christian Dierks von DIERKS + BOHLE. Zudem erläuterte Dr. Christina Fritz von der MEDIPAN die Frage, wie sich diagnostische Innovationen wissenschaftlich fundiert am Markt positionieren lassen.

Nicht zu vernachlässigen ist zudem die Vielfalt an Fördermöglichkeiten, die Entwicklungsprojekte finanziell unterstützen und damit erst möglich machen. Neben dem von Bundesministerium für Energie und Wirtschaft finanzierten Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) bietet das von der Europäischen Union initiierte Programm Horizon 2020 vielfältige Fördermöglichkeiten, wie Dr. Frauke Adams vom DiagnostikNet-BB beziehungsweise Frau Nicole Schröder vom DLR-Projektträger NKS-KMU darlegten. Des Weiteren bieten auch Transferstellen Beratungen und Unterstützung an, wie Dr. Jeanette Libera-Körner vom MDC und Dr. Sigrun Szepanski von der Charité aufzeigten.

Für die gezielten Gespräche zur Verpartnerung standen den Teilnehmern 3 Stunden zur Verfügung, die intensiv genutzt wurden. Erste Folgetreffen haben im Anschluß bereits stattgefunden.

So lieferte das Partnering wertvolle Impulse für erfolgreiche Kooperationen, von dem alle Teilnehmer gleichermaßen profitierten. Um die initiierten Kooperationen zu vertiefen und neue Projektideen zu diskutieren, wünschen sich die Teilnehmer verstärkt solche Partnering-Events. Dr. Ingo Curdt, Direktor Biomarker Development bei Thermo Fisher Scientific in Hennigsdorf kommentierte, dass: „dieses Format einer Veranstaltung das Anspracheproblem für die Industriepartner löst“. Die Organisatoren danken allen Teilnehmern für ihr hohes Maß an Professionalität und Kommitment. Sie nehmen dies als Ansporn für künftige Aktivitäten.

Veranstaltungsbericht mit Bilder (PDF)

Kontakt

Kontakt:

Frau Dr. Sigrun Szepanski
Technologiescout BIH
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
Geschäftsbereich Forschung
Technologietransfer
Charitéplatz 1
10117 Berlin
Besucheradresse/ Visitor‘s address:
Reinhardtstr. 58, 10117 Berlin
Tel.: +49 (030) 450 570 825
sigrun.szepanski@charite.de
technologietransfer.charite.de



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