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Aktuelles

17.11.2014

Spin-Off Berlin Cures entwickelt neuen Wirkstoff gegen Herzmuskelerkrankungen

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Berlin Cures

Im September 2014 wurde die Berlin Cures als erstes gemeinsames Spin-Off aus der CharitéUniversitätsmedizin Berlin und dem Max Delbrück Centrum für molekulare Medizin (MDC) gegründet.

Ziel des in Zürich ansässigen Unternehmens mit operativem Geschäft in Berlin ist es, Aptamere, - kurze einzelsträngige Oligonucleotide,- als neue Wirkstoffkandidaten gegen die Autoantikörper induzierte dilatative Kardiomyopathie und für andere Autoantikörper assoziierte Erkrankungen in die klinische Anwendung zu bringen.

Der Technologietransfer der CharitéUniversitätsmedizin Berlin (CTT) hat in Zusammenarbeit mit Ascenion, dem Technologietransferpartner von MDC und Charité, den Lizenzvertrag zur Nutzung der zum Patent angemeldeten Erfindung der Charité und des MDC´s verhandelt.

Bei der dilatativen Kardiomyopathie handelt es sich um eine chronische Herzmuskelerkrankung, die funktionsverlustbedingt zu einer Erweiterung der Herzkammern und zur Herzinsuffizienz führt. Derzeit gibt es kein Medikament, welches die Kardiomyopathie ursächlich behandelt.

2011 identifizierten und charakterisierten Prof. Dr. Ingolf Schimke, Dr. Anne-Kathrin Haberland (Charité) und Dr. Gert Wallukat vom MDC, Aptamere als aussichtsreiche Wirkstoffkandidaten für die Behandlung von Erkrankungen, bei welchen Autoantikörper, die gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren gerichtet sind, eine pathophysiologische Rolle spielen. Ca. 80% aller Patienten mit idiopathischer dilatativer Kardiomyopathie weisen Autoantikörper gegen den ß1- adrenergen Rezeptor auf. Dieser Rezeptor wird durch seinen natürlichen Liganden Adrenalin z.B. in Stresssituationen aktiviert und bewirkt dann eine Erhöhung der Herzschlagfrequenz und eine verstärkte Herzmuskelkontraktion. In Gegenwart der pathologischen Autoantikörper jedoch, wird der Rezeptor dauerhaft fehl-stimuliert, was im Langzeitverlauf zu den pathologischen Veränderungen führt.

Die Präsenz dieser Autoantikörper im Serum der Patienten konnte bereits 1987 in Forschungsarbeiten von Dr. Wallukat gezeigt werden. Aber auch bei ganz anderen Erkrankungen wie z.B. pulmonalem Bluthochdruck, Präeklampsie, Alzheimer, Glaukom und bei Patienten, die zu Nierentransplantatabstoßung neigen, konnten Autoantikörper gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren im Patientenserum gefunden werden. Auch für diese Erkrankungen kann das Aptamer als potentieller Wirkstoff zum Einsatz kommen. Zunächst jedoch soll die klinische Entwicklung für die Indikation dilatative Kardiomyopathie starten.

Klinische Ergebnisse aus der Vergangenheit zeigen bereits, dass die Entfernung der pathogenen Autoantikörper mittels unspezifischer oder spezifischer Immunapherese zu einer langanhaltenden Verbesserung des Gesundheitszustandes und zu einer verbesserten Herzaktivität bei Kardiomyopathie-Patienten führen. Durch eine intravenöse Gabe des Aptamers können die Autoantikörper jedoch sehr viel einfacher, kostengünstiger und eleganter neutralisiert und aus dem Blut eliminiert werden, sagt Dr. Johannes Müller, Geschäftsführer und Mitgründer der Berlin Cures, der bereits auch schon erfolgreich die Unternehmen Berlin Heart und Berlin Heals GmbH gegründet hat.

Als finanzielle Investoren konnte Berlin Cures die Schweizer Minerva Partners AG sowie einige Privatinvestoren gewinnen, sodass das Unternehmen langfristig auf soliden Beinen steht. Im 2. Quartal 2015 werden im Rahmen des Zulassungsprozesses der Phasen I/II die ersten Patienten mit dem Aptamer behandelt werden. Das Berlin Cures-Team sucht derzeit noch personelle Verstärkung.

http://www.berlincures.de

 

 

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